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Bodybuilding erlebt dank dem wachsenden Fitnesstrend momentan ein Allzeithoch. Ein hoch empor steigender Ast, was auch die Statistik für das Wachstum der Supplementindustrie erklärt. Während im Jahr 2012 der Jahresumsatz der Industrie noch bei 32 Mia USD lag, wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2021 verdoppeln auf 60 Milliarden Dollar.

Phil Heath streicht bei der Königsdisziplin im Bodybuilding Mr. Olympia als Erstplatzierter nur mickrige 400’000 USD Gewinnsumme ein, was in keinem Vergleich zum Verdienst der Supplementfirmen steht. Platz 10 geht sogar ohne einen Cent nach Hause! Rechnet man den Fakt mit ein, dass die Weltbesten Top 5 Bodybuilder die Zugpferde von Better Bodies, Ultimate Nutrition, Dymatize, Scitec etc. sind, erkennt man die Ungleichheit der Gewinnverteilung.

Bodybuilding ist also ein Sport mit welchem sich nicht wirklich Geld verdienen lässt und trotzdem opfern vor allem Athleten im Breitensport ihr Geld, ihre Zeit und ihre Gesundheit am Altar der IFBB-Bühne.

DROGENABHÄNGIGKEIT

Wirtschaftlich gesehen, macht also eine Teilnahme an einem lokalen Bodybuildingcontest nicht wirklich Sinn. Trotzdem unterziehen sich viele Athleten einem intensiven, für den Körper sehr anstrengendem Regime um einen Look zu erreichen, der sie schlussendlich zum Gewinner macht.

Das Mass an Disziplin, welches für solch ein Unterfangen notwendig ist, kommt nicht von ungefähr. Eine besonders minutiöse Planung ist bei der sogenannten Entwässerung der Fall, welche das Wasser dem Körper entzieht um einen trockenen Look des Körpers und somit eine harte Sicht auf die Muskulatur zu gewähren. Rätselhafterweise zeigt die Erfahrung, dass diese Disziplin sich bei manchen nicht auf das normale Leben und die damit verbundene Verantwortung übertragen lässt.

DIE SYMBOLIK DES NACHÄFFENS

Problematisch kann das ganze werden wenn anabole Steroide, Medikamente oder sonstige Drogencocktails ihren Weg in den Kreislauf finden. Mit dem Hormonhaushalt ist nicht zu spassen, was jedoch im Breitensport oftmals nicht gross diskutiert wird. Im Bodybuilding herrscht oftmals eine Philosophie des Nachäffens, was die Abhängigkeit gewisser Athleten von Nubaine zeigt.

Glaubt man Jason Blahas Aussage, wurde Nubain (ein starkes Medikament, welches mit Heroin verwandt ist) zu seiner Zeit von einem Bodybuilder empfohlen und sofort von Gleichgesinnten ohne Recherchen eingenommen. Ebenfalls zitiert er einen gewissen Athlet in seinem Hommage-Schreiben an Bodybuilding auf Facebook. Dieser “würde auch Hundekot essen sollte es der Sport verlangen und den Muskelaufbau unterstützen”.

Rich Piana ist wohl der bekannteste Verfechter und Nutzer von Synthol, einer öl-artigen Substanz, die in die Muskulatur injiziert wird. Obwohl sein Kanal teilweise aufklärungsbedingter Natur ist, entsteht auch hier wieder das Problem des Nachmachens. Wenn Bodybuilder bereits erheblich viele Drogencocktails nutzen, wie sieht es dann mit den Kids aus, die auf Snapchat und Instagram ihren Idolen folgen?

AUF EIGENES RISIKO

Wenn Athleten ihren Hormonhaushalt durcheinander bringen mit teilweise unschönen Folgen wie z.Bsp. einer Gynäkomastiedie operativ entfernt werden muss, riskiert man sicherlich die eigene Gesundheit. Diese Verantwortung ist sicherlich jedem selbst zuzuschreiben. Meiner Ansicht jedoch haben wir in der heutigen, vernetzten Welt auch ein Verantwortungsgefühl gegenüber anderen. Besonders jungen Menschen gegenüber, die sich schnell beeinflussen und manipulieren lassen.

Steroide waren zu Arnolds Zeiten ein relativ unbekanntes Thema und das Gesundheitsrisiko war meines Erachtens im Vergleich zu heute viel kleiner. In der heutigen Zeit werden medikamentöse Mischungen und Cocktails genutzt, die in der Kombination erhebliche, gesundheitliche Probleme mit sich bringen können.

Mit einer durchschnittlichen Genetik an einem unbezahlten IFBB Bodybuilding Contest teilzunehmen und sich verschiedene Drogen zu verabreichen nur um mitzuhalten, ist russisches Roulette und meines Erachtens nicht wirklich sinnvoll. Die aufgewendete Zeit, das investierte Geld und die Tortur, welcher man sich unterzieht für einen Pokal aus Aluminium und 50 Franken Preisgeld steht in keinem Verhältnis zu den Schäden, die man seiner Gesundheit damit zufügen kann..