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Sophia Thiels Kampf mit dem eigenen Körperbild: Eine wichtige Message an junge Frauen

von | Apr 4, 2019 | Analysen

Disclaimer

Bevor ich meine Meinung zu dieser komplexen Thematik des menschlichen Körperbildes äussere, möchte ich folgende zwei Punkte ausdrücklich betonen:

1) Dieser Blogpost ist kein Angriff auf Sophia Thiels Person.

2) Ich besitze nicht die Expertise eines studierten Psychologen, um diese Situation aus professioneller und kompetenter Sicht zu beurteilen. 

Snapchat VS. das eigene Körperbild

“Siehst du? Ich habe es dir doch gesagt, dass du nicht Snapchat nutzen sollst um ein Foto zu machen!”

Dies waren die Worte der grossen Schwester eines Mädchens, das meine Freundin Angie an einem Event um ein gemeinsames Selfie gebeten hat.

Dieser Satz war eine Reaktion auf Angies Ratschlag, dass die jungen Mädchen sich nicht zu stark an den Snapchat Filter gewöhnen sollen.

Angie fühlte sich deswegen nicht angegriffen sondern wollte einfach eine Saat in den Herzen dieser jungen Damen pflanzen, indem sie eine behutsame Warnung als Ratschlag verpackte.

Snapchat ist ein berüchtigtes Tool welches dafür sorgen kann, dass das eigene Gesicht mit hochmoderner Filter-Technologie verschönert und perfektioniert wird.

Kanten an Kinn und Wangen werden geglättet und “asymmetrische” Rundungen angeglichen während die Haut auf Babyface-Niveau poliert wird um Unreinheiten zu eliminieren. 

Da Snapchat bei der Generation Y (die Generation nach den Millenials) sehr beliebt ist, gewöhnen sich viele Teenies schnell an diese Filter. 

Während sicherlich auch Jungs Gefahr laufen sich an dieses “perfektionierte Image” von sich selbst zu gewöhnen, sehe ich bei jungen Mädchen besonders eine Tendenz zu einem unrealistischen Selbstbild.

Es besteht das Risiko ein realitätsfremdes Bild von sich selbst zu entwickeln während der eigentliche Anblick als abstossend, hässlich und unschön empfunden wird.

Instagram und Snapchat besitzen mittlerweile die Macht uns nicht nur zu beeinflussen, sondern auch in gewissen Fällen Depressionen hervorzurufen.

Dies aufgrund eines “Social-Media-Alter-Egos” von sich selbst (oder von jemand anderem), das nicht mehr der Realität entspricht. 

Der Drang zur Perfektion

Wer als Fitnessmodel oder Fitness YouTuber Karriere machen möchte, muss sich von Anfang an bewusst machen was dies für einen potentiellen Druck mit sich bringen kann. 

Gewisse Körperideale können mit einem genetischen Vorteil oftmals sehr schwer oder nur mit exogen zugeführten, synthetischen Mitteln wie Testosteron, SARMS, Wachstumshormone etc. auf Dauer gehalten werden.

In solchen Fällen entsteht eine starke Diskrepanz zwischen dem präferierten quasi “stage-ready” Look und der sogenannten “Off-Season”. 

Bei Sophia Thiel ist meiner Meinung nach diese Diskrepanz an ihrer Figur in ihrem letzten Video sichtbar und kann mitunter einer der Gründe sein, wieso sie seit über einem Monat kein Video mehr auf ihrem Channel hochgeladen hat. 

Für ein YouTube Channel ist diese dürftige Upload-Frequenz oftmals ein Zeichen dafür, dass der Creator dahinter entweder ein Burnout, keine Lust oder signifikante Probleme aufgrund von fehlendem, nachhaltigem Content entwickelt hat. 

Der Druck der entstehen kann, wenn Kommentare beleidigend werden indem sie sich über den “Off-Season” Look lustig machen kann man sich gut vorstellen. 

Rechnet man hinzu, dass die “Influencer-Community” allgemein keinen guten Ruf besitzt und man vielleicht zu drastischen Mitteln gegriffen hat um der Reputation als Fitnessmodel / Fitness YouTuber gerecht zu werden, steht eine Krise kurz bevor. 

Die (In) Toleranz gegenüber Veränderung

Sophia Thiel stellt in ihrer Hintergrundgeschichte klar, dass sie genetisch gesehen eher eine molligere Statur besitzt. 

Diese genetische Präferenz konnte sie erfolgreich verändern und teilt dies anderen mit um sie zu inspirieren. 

Was passiert jedoch wenn man sich zu weit aus dem Fenster lehnt und mit seinen epigenetischen Handlungen die Waage des genetisch veranlagten Organismus zum Kippen bringt?

Ein mögliches Szenario was ich in Sophia Thiels Fall vermute ist die Erkenntnis, dass sie den Bogen überspannt hat indem sie ein unrealistisches Bild von sich selbst der Welt präsentiert, das auf natürliche Art und Weise unmöglich zu halten ist. 

Sobald die genetische Veranlagung wieder zum Vorschein kommt, erwartet einem das öffentliche Urteil und eine Intoleranz gegenüber Veränderung. 

In einer einseitlichen Opferrolle befindet sich die YouTuberin mit bald 1 MIO Abonnenten nicht zu 100%; ist sie doch erwachsen und trifft ihre eigenen Entscheidungen. 

Aufgrund des noch jungen Alters und einem potentiell schädlichen Umfeld von Trainern, anderen Fitnessmodels, Freunden, Abonnenten, Community, Sponsoren und Geschäftspartner ist es jedoch naheliegend, dass man in einer solchen Position sehr leicht zu beeinflussen ist. 

Dies wiederum kann zu verzerrten Entscheidungen führen, dessen langfristig betrachteten Auswirkungen nicht sofort erkennbar sind oder vielleicht sogar ignoriert werden. 

Angebot ohne Nachfrage

Mit dieser interessanten Thematik ist auf gewisse Art und Weise auch das bekannteste Fitnessmodel hierzulande in der Schweiz verwandt. 

Anja Zeidler erlebt aufgrund ihrer persönlichen Veränderung ein “Sterben” ihres YouTube Channels wenn man die Statistik ihres Kanals auf Socialblade in Betracht zieht. 

Im März 2019 verzeichnete sie einen Zuwachs von nur 132 Abonnenten (90% weniger als im Vormonat) und dies mit einem Kanal mit ca. 65’000 Follower. 

Im Vergleich dazu erlebte unser Lebe Stark YouTube Channel ein Zuwachs von ca. 200+ Abos mit “nur” knapp 1’800 Abonnenten.

Ihr neues Bild von sich selbst scheint ihrer Community nicht wirklich zu gefallen, da diese sie nicht als veganen Yogini sondern als Hardcore Fitnessbraut kennengelernt hat. 

In diesem Fall wird ein Angebot ohne Nachfrage geschaffen, was wirtschaftlich gesehen auf Dauer nicht funktionieren kann. 

Die Weisheit im Alter

Für mich sind die Situationen von Sophia und Anja eine Bestätigung dafür, wieso ich mich damals mit meinem ersten, viralen Video dagegen entschieden habe diesen Stil weiter zu verfolgen. 

Dieses virale Video, war eine Zusammenfassung einer Thematik in der Fitnessszene; die neuen Abonnenten gingen davon aus, dass ich ein neuer “Gossip” oder “Commentary” Channel bin. 

Unmittelbar danach wurde mir schlagartig bewusst, dass ich dieses Format nicht auf meinem Channel weiterziehen möchte; was danach folgte war eine 2.5 Jahre lang andauernde Durststrecke.

Mittlerweile jedoch erleben wir ein wachsendes Interesse an unserem YouTube Channel mit einer Nischen-Thematik, die zu 100% meiner Leidenschaft entspricht. 

Es benötigt ein grosses Mass an Reife und Weisheit um allfällige Konsequenzen einer Entscheidung zu erkennen. 

Die Tragweite eines Entschlusses mit einem folgenden Ripple-Effect aus langfristiger Sicht, kann nur schwierig beurteilt werden wenn man am Anfang steht. 

Die Frage die sich stellt ist also folgende:

Hat man eine unendliche Leidenschaft gefunden die einer Lebensmission gleicht oder folgt man einem Trend der sich selbst sowie das eigene Interesse daran, über die Jahre hinweg auflöst?

Wie kann man diese Frage mit mitte 20 korrekt beurteilen und dementsprechend die richtige Entscheidung treffen? 

Eine grosse Follwerschaft bzw. ein Imperium aufzubauen muss gut überlegt sein, setzt eine echte Leidenschaft voraus und benötigt ein gutes Mass an Selbsterkenntnis und menschlicher Reife. 

Gregory Dzemaili, Pn1

Gregory Dzemaili, Pn1

Senior Coach & Gründer

Gregory Dzemaili ist Gründer und Senior Coach von Lebe Stark Personal Training und überträgt seine Mission anderen Menschen zu helfen auf Blog Posts & Social Media.

 

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